Fixme Stick

Heute berichte ich mal über meine Erfahrungen mit dem Fixme-Stick. Anfang des Jahres wurde ich regelrecht überschwemmt mit Nachrichten zu diesem „neuen“ Tool. Ausgelöst wurde dies durch ein Kickstarter-Projekt, welches großes mediales Interesse nach sich zog:

Mich selbst hat diese Form von Stick nicht wirklich überrascht. Unter Windows gab es das schon lange. Angefangen hatte es mit einer bootbaren CD, auf der Knoppix mit Virenscanner und anderen System-Tools installiert war. Das nannte man dann Knoppicillin und ist kostenlos (im Jahr 2008!):
http://www.heise.de/download/knoppicillin-download.html

Nach und nach gab es dann die Möglichkeit auch über USB-Stick zu booten und natürlich kamen die ersten Angebote und Workshops inklusive Virenscanner.

Chip.de beschreibt wie man Avira-Antivir samt Betriebssystem auf einen USB-Stick bannt:
http://www.chip.de/artikel/AntiVir-auf-USB-Stick_48882830.html

Kaspersky hat ein eigenes Programm dafür entwickelt, mit dem man einen Stick mit OS und Kaspersky Virenscanner erstellen kann:
http://support.kaspersky.com/viruses/rescuedisk#downloads

Hier eine Beschreibung/Anleitung dazu:
http://www.com-magazin.de/tipps-tricks/usb-stick/rettungs-stick-kaspersky-66672.html

Ihr seht – vom Prinzip her ist das nichts Neues!

Was ist anders beim Fixme-Stick?

Der Stick hat folgende Besonderheit: Er bietet nicht nur einen Virenscanner an, sondern gleich drei – Sophos, Kaspersky und Vipre.
Jedoch anfangs nur für einen Windows-Rechner:
https://www.fixmestick.com/

Achja, neu ist auch, dass man für diesen Stick bezahlen muss 🙂

Nun ist das ganze auch für den Mac entwickelt worden und ich war natürlich entsprechend neugierig. Auf der europäischen Site fixmestick.eu bestellte ich dann den Stick für 59,- Euro. Porto kam nicht hinzu – verschickt wurde das ganze aus den Niederlanden. Der Shop war allerdings nur auf Englisch. Das hat sich nun geändert – er ist zusätzlich auf Deutsch und Niederländisch einstellbar.

Wie funktioniert der Fixme-Stick?

Nach ca. einer Woche bekam ich dann den Brief mit dem Stick:

Der Fixme-Stick für Mac
Der Fixme-Stick für Mac

Nachdem ich die Verpackung geöffnet hatte, wunderte ich mich über die fehlende Bedienungsanleitung – also schaute ich mir das Drumherum genauer an:

Verpackung vom FixmeStick für Mac
Verpackung vom FixmeStick für Mac

Aha, hier ist eine Anleitung. Aber auf Niederländisch und Französisch? WTF?

Nun gut, da ich mit dem Mac vertraut bin, weiss ich wie man von einem USB-Stick bootet: Man hält die Alt- bzw. die Options-Taste nach dem Neustart des Rechners gedrückt.

Vom Fixmestick für Mac booten
Vom Fixmestick für Mac booten

Dann erscheint dieses Menü, aus dem man EFI-Boot anwählt:

FixmeStick booten mit EFI
FixmeStick booten mit EFI
fixmestick für Mac startet
fixmestick für Mac startet

Anschliessend konfiguriert sich das System von alleine und man akzeptiert die Lizenzbestimmungen. Um die Registrierung abzuschliessen, soll man noch seine Mail-Adresse samt Namen hinterlegen, über die man den Stick gekauft hat.

Doch warum geht eigentlich das @-Zeichen nicht?

fixmestick für Mac - @-Zeichen geht nicht!
fixmestick für Mac – @-Zeichen geht nicht!

Registrierung war damit natürlich nicht möglich – trotzdem konnte ich mit dem Check weiter machen.

FixmeStick - Festplatten im Scan-Only-mode
FixmeStick – Festplatten im Scan-Only-mode

Doch nicht – da bei meinem System, das Journaling aktiv ist (wie bei jedem normalen Mac auch), kann die Festplatte nur gescannt, aber nicht repariert werden. Eine Web-Adresse wird genannt, über die man eine Lösung kriegen sollte, indem man den Suchbegriff Journaling eingibt.
http://support.fixmestick.com

Heute klappt es sogar – damals jedoch nicht.
http://support.fixmestick.com/hc/en-us/articles/203456925-How-to-disable-and-re-enable-filesystem-journaling-on-Mac

Mein Scan dauerte dann nur 4 Sekunden und sagte, dass ich keine Viren hätte. Ja klar, 500 GB sind sekundenschnell gescannt, ist ja auch eine SSD.

Meine Güte war ich genervt. Ich nahm also den Kontakt zu den Jungs in den Niederlanden auf und bekam dann nach und nach meine fehlenden Infos. Die Registrierung ohne @-Zeichen ging dann über deren System, nachdem ich Ihnen meine Seriennummer des Sticks geschickt hatte (steht an der Seite des Sticks).

Später bekam ich noch eine Nachricht, dass man über folgende Abkürzungen das @-Zeichen erreicht:

We’ve released an automatic update that will remap certain keys:
Alt-2 will convert to @ (For Belgian and French Canadian keyboards)
Alt-Q will convert to @ for German keyboards
Shift-; will convert to . for Belgian and French keyboards

Bis heute hat es gedauert, dass ich meinen Mac nochmal einem Test mit FixmeStick unterziehe. Doch dieser ist nicht gerade gut verlaufen: Zwar konnte der Stick die neuesten Viren-Signaturen laden, sich initialisieren und den Scan starten, doch wieder war der Vorgang nach 4 Sekunden fertig.

Ein Blick in die Auswahlliste welche Ordner gescannt werden, offenbarte die Misere. Es wurden nur ein paar unsichtbare Ordner und das System-Library überprüft. Alle anderen Daten standen nicht zur Auswahl.

Warum eigentlich nicht?

Mein Fazit

Ich bin schon seit 13 Jahren Mac-Anwender und habe über einige Jahre Mac-Server und Macs einer Hochschule betreut. Bin also mit dem Betriebssystem und seinen Eigenarten ziemlich vertraut – und trotzdem ist es mir nur mit Mühe gelungen, diesen Stick zum Einsatz zu bewegen. Wie soll es dann erst Anwendern gehen, die dieses Wissen nicht haben? Abgesehen davon, dass er zum Ende immer noch nicht alle Dateien gescannt hat, ist diese Methode nicht empfehlenswert. Wenn ich mich schon mit einem Virenscanner auseinander setzen muss, dann auf dem üblichen Weg: Scanner installieren und im Hintergrund laufen lassen.

Ein bootbarer Stick ist für die Windows-Welt sinnvoll, weil dort Viren gerne mal das ganze System aushebeln, für einen Mac jedoch nicht. Das Geld für den Test hätte ich mir sparen können 🙁